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Neuer Bericht des Londoner Homeopathy Research Institute (HRI)

Neuer Bericht des Londoner Homeopathy Research Institute (HRI) Neuer Bericht des Londoner Homeopathy Research Institute (HRI) Fotolia #44679288 ©Pete Atkins
Eine neue Studie des Homeopathy Research Institute (HRI), veröffentlicht im Journal of Evaluation in Clinical Practice, hat Behauptungen aus einer Veröffentlichung von 2022 überprüft, wonach in klinischen Studien zur Homöopathie „schockierend schlechte“ wissenschaftliche und ethische Standards herrschten. Ihre Analyse widerlegt diese Einschätzung grundlegend.


Im Mittelpunkt der Untersuchung [1] stand das sogenannte Reporting Bias – also Verzerrungen der wissenschaftlichen Evidenz durch eine selektive Veröffentlichung, Registrierung oder Berichterstattung von Studien. Dieses Phänomen ist nicht auf die Homöopathieforschung beschränkt, sondern tritt in allen Bereichen der medizinischen und wissenschaftlichen Forschung auf. Es kann beispielsweise dazu kommen, dass durchgeführte Studien nicht veröffentlicht werden, Studien ohne vorherige Registrierung erscheinen oder ursprünglich definierte primäre Endpunkte nachträglich verändert werden.

Für die aktuelle Analyse überprüften die HRI-Autorinnen die Datengrundlage einer Studie aus dem Jahr 2022 [2], die der Homöopathieforschung erhebliche wissenschaftliche und ethische Mängel vorgeworfen hatte. Dabei fanden sie zahlreiche Fehler und Inkonsistenzen in der ursprünglichen Datenauswertung. In der ursprünglichen Studie von 2022 wurden Studien zur Erfassung von Berichtsverzerrungen in klinischen Homöopathie-Studien auf zwei Wegen identifiziert: zum einen über Register für klinische Studien, zum anderen über veröffentlichte Fachartikel. Anschließend wurde geprüft, ob die publizierten Studien zuvor registriert waren und ob registrierte Studien tatsächlich veröffentlicht wurden.

Obwohl insgesamt 231 Studien erfasst wurden, wurden die Ergebnisse aus den unterschiedlichen Suchansätzen nicht systematisch zusammengeführt oder miteinander abgeglichen. Dadurch entstand ein Datensatz, der nachträglich erhebliche Ungenauigkeiten aufwies – laut Einschätzung von Mosley and Roberts betraf dies rund 39 % der Studien. Dies wirft deutliche Zweifel an der Zuverlässigkeit der ursprünglichen Ergebnisse auf.

Nach Bereinigung dieser Fehler und Anwendung einheitlicher Einschluss- und Bewertungskriterien ergab die erneute Analyse ein deutlich verändertes Gesamtbild. Die Häufigkeit von Reporting Biases in klinischen Studien zur Homöopathie erwies sich als vergleichbar mit jener in anderen Bereichen der Medizin und gibt nach Einschätzung der Autorinnen keinen Anlass zu besonderer Besorgnis.

Auf dieser Grundlage kommen Mosley und Roberts zu dem Schluss, dass die wissenschaftlichen und ethischen Standards in der Homöopathieforschung insgesamt solide sind und die veröffentlichte Studienlage als grundsätzlich verlässlich angesehen werden kann.

Forscher aller medizinischen Disziplinen, einschließlich der Homöopathie, sollten jedoch weiterhin nach den höchsten Forschungsstandards streben und dabei die internationalen Empfehlungen zur Registrierung und Veröffentlichung aller Studien befolgen, so der Rat der Wissenschaftlerinnen.

Originalpublikationen

  1. Mosley AJ and Roberts ER. Reporting Bias in Randomized Controlled Trials of Homeopathy: A Critical Assessment and Re-analysis of Published Work. Journal of Evaluation in Clinical Practice, 2026: e70458. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/42189113/
  2. Gartlehner G et al. Assessing the magnitude of reporting bias in trials of homeopathy: a cross-sectional study and meta-analysis. BMJ Evidence-Based Medicine, 2022; 27: 345-351. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35292534/#full-view-affiliation-1

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