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Senkt der regelmäßige Verzehr von Eiern das Alzheimer-Risiko?

Senkt der regelmäßige Verzehr von Eiern das Alzheimer-Risiko? Senkt der regelmäßige Verzehr von Eiern das Alzheimer-Risiko? AdobeStock #303088290 ©Milan
Eine aktuelle Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und dem Auftreten von Alzheimer. Es zeigte sich, dass Menschen, die in Maßen Eier verzehrten, seltener an Alzheimer erkrankten als solche, die keine Eier zu sich nahmen.


Die Alzheimer-Krankheit ist eine häufige neurodegenerative Erkrankung, deren Risiko durch genetische, vaskuläre und ernährungsbezogene Faktoren beeinflusst wird. Eine Langzeitstudie mit knapp 40.000 älteren Erwachsenen zeigte, dass moderater Eierkonsum mit einem um 17–27 % geringeren Alzheimer-Risiko verbunden war. Obwohl die Ergebnisse auf mögliche neuroprotektive Effekte von Nährstoffen wie Cholin und DHA hinweisen, sind weitere Studien nötig, um Ursachen, Mechanismen und die Übertragbarkeit der Ergebnisse zu klären.

Die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit wird von genetischen, vaskulären sowie umweltbedingten Einflüssen geprägt, wobei insbesondere die Ernährung eine wichtige Rolle spielt. Da bislang keine heilende Therapie verfügbar ist und medikamentöse Behandlungen nur begrenzte Wirkung zeigen, gewinnt die Prävention durch die Beeinflussung veränderbarer Risikofaktoren zunehmend an Bedeutung. Frühere Studien wiesen darauf hin, dass Vegetarier im Vergleich zu Nicht-Vegetariern eine höhere Demenzsterblichkeit aufweisen könnten, obwohl vegetarische Ernährungsformen insgesamt mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit und einem geringeren Risiko für andere Todesursachen verbunden sind.

Bereits frühere Studien hatten auf den Zusammenhang zwischen Eierkonsum und Alzheimer-Risiko hingewiesen. Diese Studien hatten jedoch Einschränkungen aufgrund von Designfehlern, inkonsistenter Ernährungserfassung, fehlender Validierung von Biomarkern und unzureichender Bereinigung um Störfaktoren. Diese Mängel wollte die aktuelle Studie vermeiden.

Die Wissenschaftler*innen nutzten die Kohorte der Adventist Health Study-2 (AHS-2), um den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Eiern und dem Alzheimer-Risiko zu untersuchen, wobei umfangreiche Ernährungs- und Gesundheitsdaten von über 96.000 Teilnehmern herangezogen wurden. Die AHS-2-Daten wurden mit Medicare-Abrechnungsdaten zusammengeführt und anonymisiert. Für diese Analyse wurden ausschließlich US-Teilnehmer im Alter von 65 Jahren und älter einbezogen.

Insgesamt erfüllten 39.498 Teilnehmer die Teilnahmekriterien. Die Nahrungsaufnahme wurde zu Beginn der Studie mit einem validierten Fragebogen zur Ernährungshäufigkeit gemessen, der über 200 Lebensmittel umfasste. Sowohl die Häufigkeit als auch die Menge des Eierkonsums wurden erfasst, einschließlich sichtbarer und versteckter Quellen. Die Kategorien für den Eierkonsum reichten von „nie“ bis zu „fünfmal oder öfter pro Woche“, und der Konsum wurde energiebereinigt.

Die Inzidenz der Alzheimer-Krankheit wurde anhand von Medicare-Daten unter Verwendung von Standard-Diagnosecodes ermittelt. Es wurden nur neue Fälle nach der Aufnahme in die Studie gezählt. Zur Abschätzung des Zusammenhangs zwischen Eierkonsum und Alzheimer-Risiko wurden Cox-Proportional-Hazards-Modelle verwendet.

Um den Kontext für die individuelle Nahrungsaufnahme zu verdeutlichen, wurden zwei Substitutionsanalysen durchgeführt, um zu überprüfen, wie sich der Ersatz von Eiern durch alternative proteinreiche Lebensmittel auf das Alzheimer-Risiko auswirken könnte.


Mäßiger Eierkonsum ist mit einem verringerten Alzheimer-Risiko verbunden

Das Durchschnittsalter der Kohorte betrug 64 Jahre, und 64 % der Teilnehmer waren weiblich. Während der 15,3-jährigen Nachbeobachtungszeit erkrankten 2.858 Teilnehmer an Alzheimer; bei den Betroffenen waren Begleiterkrankungen sowie Ernährungsgewohnheiten, die durch eine geringere Aufnahme von Eiern, Fleisch und Fisch sowie eine höhere Aufnahme von Obst, Getreide und Nüssen/Samen gekennzeichnet waren, häufiger anzutreffen.

Die mittels multivariat adjustierter Cox-Proportional-Hazards-Modelle durchgeführten Analysen zeigten, dass ein häufiger Eierkonsum unabhängig mit einem reduzierten Alzheimer-Risiko verbunden war. Im Vergleich zu Personen ohne Eierkonsum wiesen alle Konsumstufen ein um 17 % bis 27 % niedrigeres relatives Erkrankungsrisiko auf. Dieser inverse Zusammenhang blieb auch nach schrittweiser Bereinigung um potenzielle Störfaktoren bestehen.

Die Studie stellte zudem fest, dass die Kategorie mit dem höchsten Verzehr eher die Häufigkeit des Verzehrs widerspiegelte als die genaue Anzahl der Eier pro Tag. Es wurde keine signifikante Wechselwirkung zwischen Geschlecht oder ethnischer Zugehörigkeit und dem Ergebnis festgestellt. Analysen, in denen Eier mit anderen proteinreichen Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten und Nüssen/Samen verglichen wurden, ergaben weitgehend ähnliche Zusammenhänge mit dem Alzheimer-Risiko.


Ergebnisse stützen eine mögliche Rolle von Eiern für die Gehirngesundheit

Die aktuelle Studie legt nahe, dass ein moderater Eierkonsum mit einem verringerten Alzheimer-Risiko bei älteren Erwachsenen in Verbindung stehen könnte. Die Autoren vermuten mehrere Mechanismen als Ursache, darunter in Eiern enthaltene Nährstoffe wie Cholin, DHA, Lutein, Zeaxanthin, Phospholipide und Vitamin B12, obwohl diese Mechanismen in der Studie nicht direkt untersucht wurden.

Trotz der bedeutsamen Ergebnisse weist die Studie mehrere Limitationen auf. Aufgrund des beobachtenden Studiendesigns sowie möglicher Ungenauigkeiten bei der Erfassung der Ernährungsgewohnheiten können verbleibende Störfaktoren nicht vollständig ausgeschlossen werden. Zudem diskutierten die Autor*innen die Möglichkeit einer umgekehrten Kausalität: Bereits bestehende, noch nicht diagnostizierte Alzheimer-Prozesse könnten das Ernährungsverhalten vor der Diagnosestellung beeinflusst haben. Gleichzeitig betonten sie jedoch, dass die Ernährungsgewohnheiten innerhalb der untersuchten Kohorte über die Zeit hinweg weitgehend stabil geblieben seien.

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass die Studienpopulation aus gesundheitsbewussten Angehörigen der Siebenten-Tags-Adventisten bestand, die im Vergleich zur allgemeinen US-Bevölkerung seltener rauchten oder Alkohol konsumierten und insgesamt weniger Eier verzehrten. Dadurch könnte die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Bevölkerungsgruppen eingeschränkt sein.

Weitere Forschungen sei nötig. Vor allen Dingen müssten die zugrunde liegenden Mechanismen der neuroprotektiven Wirkungen von Eiern geklärt werden.


Originalpublikation

Oh J, Oda K, Chiriac G et al. Egg Intake and the Incidence of Alzheimer’s Disease in the Adventist Health Study-2 Cohort Linked with Medicare Data
The Journal of Nutrition, 2026; 156; 101541. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022316626001902

Quelle: News medical
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