Apfelschalen und die Blockierung von Blutzuckerspitzen
Apfelschalen und die Blockierung von Blutzuckerspitzen
In einer aktuellen Studie wurden Apfelschalen als Quelle für phenolische Verbindungen für industrielle Anwendungen untersucht, die bei der Bekämpfung von Diabetes und oxidativem Stress eine Rolle spielen könnten.
Äpfel gehören zu den weltweit am meisten konsumierten Früchten, bei denen eine große Menge an Schalen als Abfall und Nebenprodukt anfällt. Dabei stellen die Schalen eine wichtige Quelle für sekundäre Pflanzenstoffe und Nährstoffe dar, die eine höhere Bioaktivität aufweisen als das Fruchtfleisch. Sie sind u.a. reich an phenolischen Verbindungen (z.B. Phenolsäuren, Tannine, Flavonoide, Lignane und Stilbene), die entzündungshemmende und antiradikale Wirkungen haben. In dieser Arbeit wurden deshalb die Schalen verschiedener kommerzieller und lokaler Apfelsorten als Quelle für phenolische bioaktive Verbindungen untersucht, die in direktem Zusammenhang mit der Prävention von Typ-2-Diabetes stehen könnten. Zu den kommerziellen Apfelsorten gehörten Verde Doncella und Pinova. Zu den lokalen Sorten gehörten Borau 01, Amarilla de Octubre, Manzana Helada und Esperiega de Ademuz.
Die sechs verschiedenen Sorten wurden verarbeitet, um die phenolischen Verbindungen durch Ultraschallbehandlung der Schalen mit Methanol als Lösungsmittel zu erhalten. Der Phenolgehalt wurde mit dem Folin-Ciocalteu-Assay untersucht, und die Quantifizierung der 37 einzelnen phenolischen Verbindungen erfolgte durch Hochleistungsflüssigkeitschromatographie gekoppelt mit Massenspektrometrie (HPLC-MS/MS). Die Lebensfähigkeit der Zellen wurde mit dem MTT-Assay in Caco-2-Zellkulturen bestimmt, die den Phenolextrakten ausgesetzt waren. Anschließend wurde die Fähigkeit zur Hemmung der Enzyme α-Glucosidase, α-Amylase und Pankreaslipase sowie die Antiglykations- und antioxidative Aktivität bewertet. Diese Apfelschalenproben galten als Quelle für phenolische Verbindungen mit Hyperosid, Delphinidin 3,5-diglucosid, Chlorogensäure, Phlorizin, Epicatechin und Procyanidin B2 als Hauptbestandteilen. Alle Proben neutralisierten die Produktion von fortgeschrittenen Glykationsendprodukten und zeigten dosisabhängig antiradikale Aktivitäten; vier Proben (Amarilla de Octubre, Manzana Helada, Verde Doncella und Pinova) hemmten die α-Glucosidase, aber nur die als „Amarilla de Octubre“ bekannte Probe war erfolgreich bei der Hemmung der pankreatischen α-Amylase. Die Zytotoxizität wurde in Caco-2-Zellkulturen bei physiologischen Konzentrationen verworfen, was darauf schließen lässt, dass diese Extrakte eine Quelle für phenolische Verbindungen mit antidiabetischen, antiglykotischen und antioxidativen Eigenschaften darstellen.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Apfelschalen von sechs Sorten reich an phenolischen Verbindungen waren und antioxidative und antidiabetische Eigenschaften aufwiesen, ohne die zelluläre Lebensfähigkeit bei physiologischen Konzentrationen zu beeinträchtigen. Die am häufigsten vorkommenden phenolischen Verbindungen waren Hyperosid, Procyanidin B2 und Delphinidin 3,5-diglucosid.Die Forschenden weisen jedoch darauf hin, dass Apfelschalenextrakte eher als ergänzende denn als primäre Intervention zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und oxidativem Stress dienen könnten.