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Demenz: Können Kaffee und Grüntee davor schützen?

Demenz: Können Kaffee und Grüntee davor schützen? Demenz: Können Kaffee und Grüntee davor schützen? AdobeStock #57013715 ©kei_u
Forschende untersuchten den Einfluss von Kaffee und Grüntee auf das Altern des Gehirns und auf Demenz. Dabei fokussierten sie sich auf das Volumen des Hippocampus, des gesamten Gehirns sowie das Ausmaß von Läsionen in der weißen Substanz. Es zeigte sich, dass Tee im Gegensatz zu Kaffee protektive Effekte auf das Demenzrisiko hat.


Die in Tee und Kaffee enthaltenen Substanzen Koffein, Polyphenole und Vitamine haben neuroprotektive Wirkungen. Mehrere epidemiologische Studien haben gezeigt, dass der Konsum von Tee und Kaffee bei älteren Erwachsenen mit kognitiven Vorteilen verbunden ist. Im Grüntee sind neuroprotektive Inhaltsstoffe wie beispielsweise Epigallocatechingallat enthalten, im schwarzen Tee sind es Theaflavine und im Kaffee sind es Chlorogensäure und Kaffeesäure. Diese Inhaltsstoffe wirken antioxidativ und entzündungshemmend.

Eine aktuelle Studie untersuchte nun den Zusammenhang zwischen dem Konsum von grünem Tee oder Kaffee und Läsionen der weißen Hirnsubstanz sowie dem Volumen des Hippocampus und des Gesamthirns bei 8766 selbstständige lebenden Teilnehmenden über 65 Jahren, die zwischen 2016 und 2018 von der Japan Prospective Studies Collaboration for Aging and Dementia rekrutiert wurden. Mithilfe eines Fragebogens zur Häufigkeit der Nahrungsaufnahme wurde der Konsum von grünem Tee und Kaffee beurteilt. Darüber hinaus führten die Forschenden bei den Probanden eine Magnetresonanztomografie des Gehirns durch, um Läsionen der weißen Hirnsubstanz, das Hippocampus-Volumen und das Gesamthirnvolumen zu analysieren.

Eine multivariable bereinigte Analyse ergab signifikante Korrelationen zwischen weniger Läsionen der weißen Substanz im Gehirn und einem höheren Grünteekonsum, während keine signifikanten Unterschiede zwischen Grünteekonsum und Hippocampus- oder Gesamthirnvolumen festgestellt wurden. Hinsichtlich des Kaffeekonsums wurden keine signifikanten Unterschiede bei den Läsionen der weißen Hirnsubstanz oder dem Hippocampus- oder Gesamthirnvolumen festgestellt. Ein höherer Grünteekonsum war also mit weniger Läsionen der weißen Hirnsubstanz verbunden, was darauf hindeutet, dass er zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen nützlich sein könnte. Allerdings konnten die positiven Effekte nur bei Teilnehmenden beobachtet werden, die keine Träger des ApoE ε4-Allels waren oder unter Depressionen litten.

Die Autoren argumentieren, dass beides starke Risikofaktoren für das Auftreten von Demenz sind und grüner Tee in diesen Fällen keine effektive Prävention darstelle. Offensichtlich spielen auch die Konzentrationen pflanzlicher Wirk- und Inhaltsstoffe und damit die Tee-Qualität eine Rolle.


Originalpublikation

Shibata S et al. Green tea consumption and cerebral white matter lesions in community-dwelling older adults without dementia. NPJ Sci Food 2025 Jan 7; 9(1): 2. doi: 10.1038/s41538-024-00364-w
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