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Einfluss von Meditation auf tiefe Hirnregionen und psychische Erkrankungen

Einfluss von Meditation auf tiefe Hirnregionen und psychische Erkrankungen Einfluss von Meditation auf tiefe Hirnregionen und psychische Erkrankungen Fotolia #41644294 ©Olga Lyubkin
Forschende konnten mithilfe von intrakraniellen Elektroenzephalogramm (EEG)-Aufzeichnungen aus der Tiefe des Gehirns zeigen, dass Meditation zu Veränderungen der Aktivität in der Amygdala und dem Hippocampus führt – Schlüsselregionen des Gehirns, die an der Emotionsregulierung und dem Gedächtnis beteiligt sind.


Die Studie, die von Forschenden der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York durchgeführt wurde, könnte möglicherweise Erklärungsansätze für die positiven Auswirkungen von Meditation auf die Gedächtnisleistung und der Emotionsregulation liefern.

Frühere Forschungen haben gezeigt, dass Meditation das geistige Wohlbefinden verbessern und möglicherweise zur Verbesserung psychiatrischer Erkrankungen wie Angst und Depression beitragen kann. Die spezifische neuronale Aktivität, die meditativen Praktiken und ihren positiven Wirkungen zugrunde liegt, ist bisher jedoch noch nicht ausreichend erforscht.

„Bisher war es schwierig, diese tiefen limbischen Hirnregionen beim Menschen mit Standardmethoden wie dem EEG der Kopfhaut zu untersuchen. Unser Team konnte diese Herausforderung überwinden, indem es Daten nutzte, die von Epilepsiepatient*innen mit chirurgisch implantierten Geräten stammten, die eine dauerhafte EEG-Aufzeichnung durch Elektroden ermöglichen, die tief in der Amygdala und im Hippocampus implantiert sind“, sagte Christina Maher, Erstautorin der Studie. „Es war erstaunlich, Veränderungen der Hirnwellenaktivität in diesen Schlüsselregionen schon bei einer ersten Mediation zu entdecken.“

Für die Studie untersuchte das Forscherteam acht neurochirurgische Patient*innen mit arzneimittelresistenter Epilepsie, denen dauerhaft ein reaktionsfähiges Neurostimulationssystem implantiert wurde. Die Teilnehmer hatten nach eigenen Angaben vor der Studie noch nie meditiert. Sie nahmen für die Studie an einer fünfminütige Audio-Anleitung (Baseline) teil, die von einer zehnminütigen Audio-geführten Metta-Meditationseinheit (Liebende Güte) gefolgt wurde, einer Meditationsform, in der man eine wohlwollende Haltung gegenüber anderen und sich selbst übt. Um die Meditationseinleitung zu bewerten, bewerteten die Teilnehmenden nach der Sitzung ihre erlebte Meditationstiefe auf einer Skala von eins bis zehn (höhere Punktzahl = tiefere Meditation). Im Durchschnitt berichteten die Teilnehmenden über ein hohes Maß an tiefgehender Meditation (Mittelwert = 7,43).

„Wir fanden heraus, dass die Metta-Meditation mit Veränderungen in der Stärke und Dauer bestimmter Arten von Gehirnwellen verbunden ist, den sogenannten Beta- und Gamma-Wellen“, sagte Ignacio Saez, PhD, außerordentlicher Professor für Neurowissenschaften, Neurochirurgie und Neurologie an der Icahn School of Medicine und Hauptautor der Studie. „Diese Art von Gehirnströmen ist bei Stimmungsstörungen wie Depressionen und Angstzuständen beeinträchtigt. Es ist also ziemlich erstaunlich, diese durch Meditation willentlich zu kontrollieren und könnte die positiven Auswirkungen dieser Praktiken auf den Einzelnen erklären.“

Die Studie ist insofern einzigartig, als sie fortschrittliche invasive neuronale Aufzeichnungstechniken verwendet, die im Vergleich zu traditionellen Techniken wie dem Kopfhaut-EEG einen viel detaillierteren und präziseren Einblick in das Gehirn ermöglichen. Die Forschenden räumen allerdings einige Einschränkungen der Studie ein. So war die Stichprobengröße klein und sie untersuchten nur die Auswirkungen einer einmaligen Meditation. Nicht untersucht wurde, wie sich Meditation nach mehrfacher Anwendung oder über einen längeren Zeitraum auswirkt.

Trotzdem sind die Forschenden überzeugt: „Diese Studie bietet eine Grundlage für künftige Forschungen, die dazu beitragen könnten, meditationsbasierte Interventionen zu entwickeln, die Menschen dabei helfen, die Gehirnaktivität in Bereichen zu modulieren, die an Gedächtnis und emotionaler Regulierung beteiligt sind“, so Dr. Saez. „Meditation ist nicht invasiv, weithin zugänglich und erfordert keine speziellen Geräte oder medizinischen Ressourcen, was sie zu einem einfach anzuwendenden Instrument zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens macht.“

Es sei jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Meditation kein Ersatz für traditionelle Therapien sei. Stattdessen könnte sie als ergänzende, kostengünstige Option für Personen dienen, die Probleme mit dem Gedächtnis oder der Emotionsregulation haben, so der Forscher.


Originalpublikation

Maher C, Tortolero L, Jun S, Cummins DD, Saad A, Young J, Nunez Martinez L, Schulman Z, Marcuse L, Waters A, Mayberg HS, Davidson RJ, Panov F, Saez I. Intracranial substrates of meditation-induced neuromodulation in the amygdala and hippocampus. Proc Natl Acad Sci U S A. 2025 Feb 11; 122(6): e2409423122. doi: 10.1073/pnas.2409423122

Quelle: Das Mount Sinai Krankenhaus / Mount Sinai Schule für Medizin
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