Rheumaerkrankung bei Kindern durch Antibiotika
Rheumaerkrankung bei Kindern durch Antibiotika
Wenn Kinder häufig Antibiotika verabreicht bekommen, dann steigt ihr Risiko deutlich, an einer juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus den USA.
Die Wissenschaftler aus New Brunswick im US-Staat New Jersey stellten fest, dass Patienten, die an einer JIA erkranken, als Kleinkinder doppelt so häufig Antibiotika erhielten wie Gleichaltrige ohne den Befund.
Die Ursache für die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist unklar, vermutet wurde bisher, dass es sich um eine Folge einer Autoimmunerkrankung handelt. Diskutiert wird aber auch, ob eine gestörte Darmflora an der Entstehung beteiligt ist. Auslöser könnten Antibiotika sein, denn sie schädigen die Darmflora, schwächen das Immunsystem und ermöglichen so Infektionen mit seltenen Krankheitserregern.
Je mehr Antibiotika, umso höher die Erkrankungswahrscheinlichkeit
Die Wissenschaftler aus New Brunswick haben die Daten von 450.000 britischen Kindern ausgewertet, von denen wiederum 152 an einer JIA erkrankt waren. Die Forscher verglichen diese Patienten mit anderen Patienten gleichen Alters und Geschlechts. Es zeigte sich, dass Patienten mit JIA doppelt so häufig in ihrer frühen Kindheit und vor Ausbruch der Gelenkerkrankung mit Antibiotika behandelt worden waren. Sie erkrankten häufig innerhalb eines Jahres nach der Antibiotika-Behandlung an der JIA. Es war auch eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zu beobachten: Kinder, die mehr als fünf Antibiotika-Behandlungen erhalten hatten, erkrankten dreimal häufiger an einer JIA.
Die JIA ist eine sehr seltene Erkrankung und das Risiko, nach einer Antibiotika-Behandlung an einer JIA zu erkranken, ist ebenfalls sehr gering, so die Wissenschaftler. Sie gehen davon aus, dass Antibiotika auch nicht die einzigen Auslöser für die JIA sein dürften.
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