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HRI: Australische Homöopathie-Studie manipuliert

Fotolia 129182248 M„Globuli nicht besser als Placebo“ titelten von rund zwei Jahren Zeitungen in Deutschland und in der ganzen Welt. Die Schlagzeilen bezogen sich auf die Veröffentlichung einer groß angelegten, von der Regierung beauftragten Übersichtsstudie des australischen National Health and Medical Research Council (NHMRC), die seitdem immer wieder als Beleg für die Unwirksamkeit homöopathischer Therapien herangezogen wird.


Nun hat das renommierte britische Homeopathy Research Institut (HRI) erhebliche und durch eigene Untersuchungen begründete Zweifel an der Seriosität der besagten Studie geäußert. Demnach wäre das Ergebnis nicht mehr haltbar.

Rachel Roberts, die Vorstandvorsitzende des HRI, bezeichnet die NHMRC-Studie als „schlechte Wissenschaft“. Sowohl Entscheidungsträger als auch die wissenschaftliche Gemeinschaft seien auf solche Gutachten angewiesen und müssten sich daher auf deren Korrektheit verlassen können. „Es geht hier nicht um jemandes persönliche Meinung dazu, ob Homöopathie wirkt oder nicht. Es geht darum, dass Evidenz objektiv bewertet wird, egal, wie die Aussage lautet. Und das hat der NHMRC nicht getan.“

HRI-Direktor Alex Tournier erklärt: „Die Ungenauigkeiten der NHMRC-Studie sind so extrem, dass wir uns entschieden haben, gemeinsam mit der Australischen Gesellschaft für Homöopathie (AHA) eine gründliche Untersuchung zu veranlassen, um aufzudecken, unter welchen Bedingungen die Studie durchgeführt wurde.“

Die Untersuchungen hätten sowohl ernsthafte Verfahrensfehler als auch wissenschaftliches Fehlverhalten bei der Aufstellung des Berichtes ergeben.

Das HRI bemängelt u.a. folgende Punkte:

• Die Übersichtsstudie des NHMRC zur Homöopathie sei zweimal angefertigt worden. Der erste Bericht sei jedoch wieder verworfen worden, obwohl er von einem angesehenen Wissenschaftler erstellt worden sei. Die Existenz der ersten Studie sei der Öffentlichkeit verschwiegen worden.
• Obwohl die Ergebnisse laut NHMRC angeblich auf einer Analyse von 1800 Einzelstudien basiere, seien tatsächlich nur 176 Studien untersucht worden.
• Entgegen der üblichen Vorgehensweise habe die Behörde NHMRC erstmals nur Einzelstudien für die Analyse zugelassen, die mindestens 150 Teilnehmer aufweisen konnten.
• Aus diesem Grund seien letztendlich nur 5 von 176 Studien als methodisch korrekt und zuverlässig betrachtet worden. Die Ergebnisse der ebenfalls untersuchten 171 Studien seien daher unberücksichtigt geblieben.
• Peter Brooks, der Vorsitzende des NHMRC-Ausschusses, der die Übersichtsarbeit vorgelegt hat, ist Mitglied der Anti-Homöopathie-Lobby „Friends of Science in Medicine“ (FSM). Dies habe er anfangs verschwiegen.
• Entgegen der NHMRC-Richtlinien sei kein Homöopathie-Experte in dem Studien-Ausschuss vertreten gewesen.

Wie das HRI weiter mitteilt, hat die Australische Gesellschaft für Homöopathie (AHA) gemeinsam mit zwei anderen Vereinigungen bereits im August 2016 aufgrund der Untersuchungsergebnisse eine Beschwerde bei der zuständigen Schiedsstelle des Commenwealth eingereicht. Eine Antwort steht noch aus.

Angesichts der beschriebenen Ungereimtheiten, die eine Manipulation der NHMRC-Studie nahelegen, fühlen sich viele Kenner der Szene an das Jahr 2005 erinnert. Damals hatte eine im „Lancet“ veröffentlichte Meta-Analyse der Homöopathie ebenfalls jegliche Wirksamkeit abgesprochen und das „Ende der Homöopathie“ beschworen. Auch bei dieser Meta-Analyse von Egger/Shang waren nur 8 von über 200 Studien ausgewertet worden, um zu dem gewünschten Ergebnis zu kommen, dass Homöopathie nicht besser als Placebo wirke. Die Studie konnte einer Re-Analyse jedoch nicht standhalten. Diese bescheinigte den Autoren der Meta-Analyse gravierende Fehler.

Eine detaillierte Beschreibung der Vorgänge um die Meta-Analyse von 2005 finden Sie bei unserem Kollegen Carl Classen.



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