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Freitag, 14 Juli 2023 10:49

SiMILE-Kongress für Praxis und Wissenschaft in der Homöopathie

vom 03.-04. Juni 2023 in Mülheim an der Ruhr – Ein Rückblick unter homöopathischen Kolleginnen

von Stefanie Koenigs und Heike Monsieur

 

Stefanie: Über zwei Wochen sind nun seit des SiMILE-Kongresses vergangen. Was ist Dein Fazit, wenn Du auf das Wochenende zurückblickst?

Heike: Mein Fazit lautet: gerne wieder! Meine Erwartungen wurden übertroffen in allen Punkten: sowohl inhaltlich, als auch Ort und Organisation betreffend!

Stefanie: Dem kann ich nur zustimmen! Wenn ich an den Kongress zurückdenke, fallen mir vor allem folgende Worte ein: WOW und DANKE!

Oder, etwas ausführlicher ausgedrückt: Für mich war dieses Wochenende rundum gelungen, bereichernd, intensiv, inspirierend, motivierend, berührend, fröhlich, lebendig und – was für mich persönlich das Bedeutsamste war: verbindend! Außerdem bin ich noch nie zuvor so wach und geradezu euphorisiert von einem Kongress heimgefahren und freute mich auf die nächste Arbeitswoche und die Fortsetzung meines homöopathischen Tuns in der Praxis!

Heike: Ja, es war eine schöne, unangestrengte Zeit kollegialer Fortbildung und ich bin beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder dabei!

Stefanie: Und wenn ich an die vielen Pausengespräche mit unseren Kolleg*innen, ob auf der Ausstellungsfläche, am Kaffeeautomat, bei den Mahlzeiten zu Tisch, in der Sonne oder im Grünen (von allem gab es reichlich!) denke, so teilen wir diese Eindrücke mit vielen (den meisten? allen?) unserer Kolleg*innen.

Doch nun mal von Anfang an…

Bereits vor Jahren geplant, angemeldet, verschoben auf Grund der pandemischen Situation, war es nun endlich so weit: gut 130 Menschen mit der gleichen Leidenschaft für Homöopathie, dadurch mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert, mit durchaus unterschiedlichen Haltungen, Methoden und Erfahrungen im Praxisalltag unterwegs, würden nun, so richtig in physischer Präsenz zusammenkommen! 

Wir machten uns gemeinsam auf den Weg (aufgrund der für uns kurzen Anreise gehörten wir zu den wenigen Heimschläferinnen) und stellten auf unserer Fahrt fest, dass wir neben unserer großen Vorfreude eher wenig Erwartungen an das Kongresswochenende hatten. Vielmehr waren wir überzeugt, dass uns mit der in Zeiten heftigen Gegenwindes umso wichtigeren Auseinandersetzung mit dem Thema „Praxis und Wissenschaft in der Homöopathie“ in jedem Fall Interessantes und Spannendes begegnen würde. Auch auf das Wiedersehen langjähriger Kolleg*innen, das persönliche Treffen auf uns bis dato nur durch Literatur oder virtuelle Seminare bekannte Kolleg*innen, auf den Austausch mit ebendiesen freuten wir uns sehr. 

Das zentrale Gerüst des Kongress-Wochenendes bildete ein vielversprechendes Programm mit namhaften Referent*innen. A propos … Für welche Vorträge und Workshops hatten wir uns eigentlich angemeldet? Bei Anmeldung (die in unserem Fall schon viele Monate zurücklag) galt es, 6-7 aus insgesamt 20 Einzelveranstaltungen (drei liefen zeitlich jeweils parallel) zu wählen. Sowohl Titel und Referent*innen klangen einladend und – da waren wir uns einig – die Teilnahme an jedem dieser Vorträge und Workshops klang erstrebenswert und gerne hätten wir ALLE besucht. 

Erwähnenswert sei an dieser Stelle auch die beeindruckende Tatsache, dass alle Referent*innen ihr Vortragsangebot vom erstmalig für 2021 geplanten SiMILE-Kongress aufrecht erhalten haben! 

Hmmm, wo hatten wir denn nun jeweils unsere Kreuzchen gemacht? Egal, man würde uns schon weiterhelfen, wie immer beim VKHD! 

Und richtig: bei Ankunft am Seminarort am Samstagmorgen in Mülheim an der Ruhr, in der imposanten Tagungsstätte, der Wolfsburg, bei herrlichstem Frühlingswetter in waldiger Umgebung (mitten im Pott, kaum zu glauben!) wurden wir herzlich vom Orga-Team begrüßt und mit einer Willkommensmappe und Namensschild ausgestattet. Wegweiser, Plakate, Listen, stets hilfreiche und gut gelaunte Menschen ließen uns von Anfang bis Ende orientieren. Schnell entdeckten wir auch unsere Namen auf der Teilnehmendenliste der Vorträge und Workshops. Ach schade, wir würden tatsächlich keine einzige Veranstaltung gemeinsam besuchen. Oder anders gesagt: Toll, dann können wir uns gegenseitig berichten!

Im geräumigen Foyer des Ober- und Untergeschosses hatten die Aussteller*innen auch schon ihre Posten bezogen und waren zur Präsentation und Auskunft bereit. Diese zu besuchen (Thorsten Stegemann mit JRep – wie schön, ihn, den gefühlten 24/7 Supporter persönlich zu treffen! -  Homeocur mit außergewöhnlichen Nosoden im Gepäck, Homöo-Set, Bücher, Tassen mit Organon-Aufdruck, lebendiges (?) Wasser, …) verschoben wir auf einen späteren Zeitpunkt. Denn erwartungsgemäß gab es ein großes „Hallo“ mit langjährigen Kolleg*innen und schnell lernten wir auch schon einige der uns neuen Gesichter näher kennen, waren sofort im Gespräch und im Austausch. Bevor überhaupt die offizielle Begrüßung und der Einführungsvortrag stattgefunden hatte, war der Programmpunkt „Get Together – Wiedersehen, Kennenlernen, Kontakte knüpfen“ schon in vollem Gange!

Stefanie: Wie hast Du die Begrüßung und Einführung in Erinnerung?

Heike: Sehr kurzweilig und amüsant! Zum Beispiel, dass Prinz Charles leider nicht kommen konnte, weil er jetzt King Charles ist (in der Rede von Markus Dankesreiter) und die Videoansprache von Professor Harald Walach mir in vielen Teilen aus der Seele sprechend. Übrigens war die Geige doch eine Bratsche.

Stefanie: Haha, ok. Dann fand ich ab jetzt die wunderschöne Einstimmung durch das ViolA- (und nicht ViolINkonzert – vielen Dank an Hilmar für diesen musikalischen Vortrag!) ganz besonders. Weiterhin ist mir auch die tiefgründig-ernste und gleichzeitig augenzwinkernd-humorvolle Rede von Markus Dankesreiter besonders im Gedächtnis geblieben. Schon nach der Begrüßungsveranstaltung hatte sich die Kongressteilnahme für mich gelohnt und ich bekam das Gefühl, mit allen Anwesenden im Thema verbunden zu sein.

Mit welchem Vortrag bist Du in Dein Simile-Wochenende gestartet?

Heike: Zunächst war ich bei Carl Classen zum Thema „Heilen mit Nichts - die wissenschaftliche Provokation“ – eine gelungene Zusammenfassung zum Thema „Was ist überhaupt Wissenschaft?“ Wenn Kritik an der Homöopathie geübt wird, so muss diese gleichermaßen auch für die Schulmedizin gelten, wenn wir eine wirklich wissenschaftliche Betrachtung fordern. Für mich waren die 90-minütigen Ausführungen von Carl Classen die Bestätigung: Unsere homöopathische Arbeit ist ebenso wissenschaftlich. 

Mir gefiel das erwähnte Zitat, das Heisenberg zugeschrieben wird: „Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.

Stefanie: Klingt sehr aufschlussreich und erinnert mich an mein Erleben während des Vortrags von Dr. Norbert Winter am Sonntagmorgen zum Thema „Erkenntnistheorie – Die Früchte eines Dialogs von W. Pauli & C.G. Jung“. Hatte ich bislang von C. G. Jung vor allem während unserer analytisch geprägten Gestaltausbildung gehört und gelesen, so war er mir im Zusammenhang mit der Homöopathie, wie auch Pauli, noch nicht untergekommen. Und genau darum geht es doch: um eine andere Ebene der Betrachtung, der wissenschaftlichen Betrachtung. „Wissenschaft“, das sind eben nicht nur (wie heute oder in der abendländischen Denkkultur oft als einzig wahr dargestellt) materiell messbare Fakten, Erklärbares durch Verstand und Ratio. Dabei ist die vierte Dimension regelrecht abhanden gekommen oder wird gar geleugnet. Ich vermag die Einzelheiten nicht wiederzugeben und werde mir den Vortrag auf jeden Fall nochmal zu Gemüte führen, da er für mich wirklich große Erkenntnisse birgt. Norbert hat die Pauli-Jung-Quaternität, die Vereinigung der Gegensätze, auf einer Karte wunderbar zusammengefasst. Diese liegt nun auf meinem Schreibtisch und ist nicht nur eine Erinnerung an den mich persönlich sehr berührenden und bewegenden Vortrag, sondern auch die tägliche Erinnerung, dass ich als Homöopathin mit einer durchaus wissenschaftlichen Methode arbeite. Liebe Kolleg*innen, solltet Ihr den Vortrag von Norbert nicht gehört hat: UNBEDINGT nachholen! (Er wurde meines Wissens nach aufgezeichnet.)

Mein erster Vortrag war übrigens der von Dr. Jens Ahlbrecht. Wir beide haben ja schon einige Webinare bei ihm besucht und sind derzeit gemeinsam bei ihm im semiotischen Supervisions-Arbeitskreis. Heißt: zum Thema „die alte Semiotik in der heutigen Homöopathie“ erwartete ich nichts Neues für mich. Jedoch hatte ich Jens bislang nur virtuell erlebt und freute mich nun darauf, ihn „live und in Farbe“ agieren zu sehen. Doch dann kam die Enttäuschung: Jens war gar nicht persönlich anwesend, sondern – wenngleich live - nur per Zoom zugeschaltet. Umso größer war für mich die Überraschung, dass ich aus den 90 Minuten eine wunderbare Zusammenfassung des komplexen Semiotik-Themas bekam, mit dem ich (so wurde mir dann klar) doch schon vertrauter bin als bis dato angenommen. Auch das tut schließlich gut: zu merken, dass ich mir schon vieles erarbeitet und sich mir schon so einiges erschlossen hat, was mich in meinem täglichen Tun und somit meine Patient*innen nochmal mehr unterstützt!

Wie ging es bei Dir Samstagnachmittag weiter?

Heike: Nach einer leckeren und schönen Mittagspause mit guten Tischgesprächen war ich bei Sabine Stelter zum Thema „Palliative Homöopathie“. Sabine ist eine echte Praktikerin, das wurde schnell klar! Heißt: bei der palliativen Mittelverordnung geht es um schnelle Entscheidungen ohne große philosophische Überlegungen, die schnelle Reaktionen auf die Mittelgabe erfordern. Dabei sind auch andere Maßnahmen, über die Homöopathie hinaus, angebracht. Hauptsache: irgendetwas hilft JETZT. Auch wenn ich nicht viele Patient*innen an ihrem Lebensende in meiner Praxis begleite, war es für mich sehr interessant.

Stefanie: Ich hörte mir währenddessen Elmar Funk und Rolf Hinderer zum Thema „Struktur und Prägnanz – die Effizienz der Arbeitsweise nach C.M. Boger“ an. Ich arbeite gerne mit Boger und dem GA, wo es sich anbietet und wie bei Jens und der Semiotik erwartete ich auch hier keine neuen Erkenntnisse. Die beiden wollte ich einfach mal live sehen und erleben. Es gab Anekdötchen zur Entstehung des illustren Arbeitskreises und Kasuistiken, so auch einen „Ein-Karten-Fall“ von Elmar. 

Es ist wie mit den ganzen Fortbildungen, die wir besuchen. Wir haben immer wieder neue Aha-Erlebnisse, bei jedem Gespräch, Austausch, bei jedem Arbeitskreis. Das ist das Wunderbare und Lebendige in der Homöopathie!

So war es dann auch bei dem Workshop von Meike Orth-Faul. Ihren Namen kennt man, wenn man mit dem Symptomenlexikon arbeitet bzw. die SL-Seminare bei Michael Kohl besucht hat! Zum einen wollte ich auch Meike mal persönlich kennenlernen, und dann hat sie es in 90 Minuten auch noch perfekt geschafft, eine verständliche und motivierende Zusammenfassung aller Basics der Arbeitsweise mit dem SL an Hand eines Falles rüberzubringen.

Heike: Ich hatte mich für die jeweils kürzeren Einheiten bei Antje Langer und Renate Künne eingetragen. Mit Antje hätte ich mich gerne den ganzen Tag unterhalten, sie hat ihren Vortrag sehr lebendig gestaltet. Mir ist nochmal klar geworden: auch Geschichtswissen ist wichtig: wer hat was an welchem Ort und zu welcher Zeit erfahren und geschrieben. Interessant der Austausch zweier Alphatierchen, nämlich Hahnemann und Hufeland, zum Thema Gesunderhaltung über die Homöopathie hinaus, insbesondere die Ernährung. Weil es so lebendig und gut war, haben wir Antje dann überziehen lassen, so dass ich zu spät in den anderen Raum zu Renate Künne kam und auf Grund Sitzplatzmangels nach 2 Minuten wieder ging. Schade…

Stefanie: Dafür war es dann ein umso schönerer informeller Tagesausklang in feucht-fröhlichem Stuhlkreis auf der großen Terrasse mit frisch Gezapftem aus der „Zisterne“. Wann und wie es dort endete, werden wir nie erfahren, da wir gegen 21 Uhr zur Bettruhe heimfuhren.

Heike: Dafür waren wir am nächsten Morgen wieder ausgeruht und pünktlich vor Ort.

Um 9 Uhr war ich bei Birgit Pulz. Es war für mich von allen der praktischste Workshop und Vortrag, sehr lebendig von Birgit gestaltet und mit schauspielerischer Fähigkeit Störungen (es ging um Wahrnehmungsstörungen bei Kindern mit Entwicklungsverzögerungen) praxisnah dargestellt, dabei verschiedene Sinnes- und Wahrnehmungsebenen erlebbar gemacht. Aufschlussreich der Kausalzusammenhang, praktische Übungen zur Diagnostik bzw. zur Verlaufskontrolle und hilfreiche Untersuchungsmethoden… Ich hätte gerne noch viel mehr von ihr und dazu gehört.

Stefanie: Anschließend warst Du bei Tjado Galic, oder?

Heike: Genau. Anhand einer Falldoku ging es unter anderem um die Einschätzung, was hat eigentlich geholfen? Auch das Erstgespräch hat etwas Heilendes, das müssen wir berücksichtigen. Also wichtig die Verlaufs- und Fallbeurteilung durch Einschätzungskriterien. Es war durchaus interessant, aber man merkte, er ist sehr tief in dieser Materie und für mich war es letztlich zu kurz und zu schnell, in diesen 90 Minuten sein dicht gepacktes Wissen greifen zu können.

Stefanie: Du hast wirklich etwas verpasst bei Marion Kampmann. Das war ein bisschen wie „Nachhausekommen“ bezogen auf die Gestalttherapie, durch die wir beide ja schon viele Jahre unsere homöopathische Praxis ergänzen. Mich hat es an unsere Ausbildungsjahre und die Gruppenarbeiten, deren gesammelte Energie und Feedback durch kein Einzelsetting ersetzt werden kann, erinnert. Dabei hat Marion es grandios umgesetzt, mit einer Gruppe sich letztlich fremder Menschen eine vertraute Supervisionsatmosphäre zu schaffen. „Schwarmintelligenz Supervision“, also die Supervision und ehrliche Betrachtung meiner eigenen Themen, die mich beschäftigen, hindern (können), und betrachtet werden dürfen (sollten), bevor ich sie unbewusst und unbearbeitet in den Patient*innenkontakt einbringe, ist für uns ja ein Selbstverständnis, sonst könnten wir nicht psychotherapeutisch arbeiten. Jedoch sollte sich meiner Meinung nach jede*n Therapeut*in eine regelmäßige Supervision gönnen, und zwar auf ganz persönlicher Ebene, allein schon zur eigenen Psychohygiene!

Heike: Auch bei Kyra Schweickhardt haben wir dann mit Schwarmintelligenz zum Thema Wechseljahre gearbeitet, eben ein Workshop, mit Kleingruppenarbeit, sehr praxisnah. Auch mit Kyra hätte ich mich den ganzen Tag noch unterhalten können.

Stefanie: Mein Abschlussthema waren „Das Forschungsprojekt zur Dosologie der Q-Potenzen“ bei Josef Graspeuntner.  Er hat hier seine langjährigen Erfahrungen und Beobachtungen bei schweren Erkrankungen geteilt. Beeindruckend und immer wieder spannend, das Dosologie-Thema, bei dem sich die Homöopathie-Geister oft scheiden oder zumindest auf Fortbildungen immer die wildesten Diskussionen entstehen. Mein Fazit: Jede Heilungserfahrung gibt der Dosis recht, ob C30, M oder Q… und scheinbar gibt es da durchaus unterschiedliche Erfahrungen.

Das offizielle Ende nach diesem sehr kurzweiligen und lebendigen Simile-Kongress wurde durch die abschließende Podiumsrunde eingeläutet, bei der sich Erika Rau, Rolf Hinderer, Dr. Joachim Mayer-Brix und Stefan Reis zum Thema PostVac- bzw. LongCovid austauschten.

Wir sind uns ja einig, dass es ein rundum gelungenes Kongresswochenende mit eine Eins-A-Orga und Rahmenhandlung war. Aber inwieweit ist für Dich der Kongresstitel „Praxis und Wissenschaft in der Homöopathie“ umgesetzt worden?

Heike: Bei den vielen Vortragenden konnte man merken, dass sie sich wissenschaftlicher Methoden bedienen, ihren Vortrag bzw. ihre Arbeit zu untermauern. Dabei hatten einige Vortragenden ja schon das inhaltliche Thema „Wissenschaft“ (z. B. Carl Classen, Dr. Norbert Winter und Tjado Galic).

Stefanie: Ja, und den Praxisbezug konnte ich tatsächlich durch alle die von mir besuchten Veranstaltungen herstellen. 

Dabei fand ich es sehr wertvoll – und in unserer täglichen homöopathischen Praxis wichtig – über den Tellerrand zu schauen und sich auch mit ergänzenden, nicht-homöopathischen Therapien zu beschäftigen. So wie wir auch psychotherapeutisch arbeiten und Du die Akupunktmassage nach Penzel praktizierst, haben doch die meisten unserer homöopathischen Kolleg*innen noch andere Methoden in ihrem therapeutischen Handwerkskoffer. Die Frage ist dabei nur, was setze ich wann und wie sinnvoll ein, und wie kann ich dann die Wirkung von der einen oder anderen Intervention noch einschätzen und beurteilen? Weniger ist im klassisch homöopathischen Sinne in jedem Fall mehr und unsere Pflicht ist und bleibt es, mit fundiertem Wissen und Methodik (wissen-schaftlich) präzise und sorgfältig zu arbeiten. Das wurde für mich bei diesem Kongress nochmal deutlich!

Ich wünschte, Homöopathie-Skeptiker hätten diesen Kongress mit seinem Programm und seinen Vorträgen auf diesem hohen Qualitäts-Niveau erlebt und wäre überzeugt, der oder die eine oder andere wäre nun aufgeschlossener…

Gab es für Dich Wermutstropfen bezogen auf den Simile-Kongress? Gibt es etwas, was Du Dir für das nächste Mal anders wünschen würdest?

Heike: Ich fand es schade, dass manche Vortragenden durch ihren Vortrag geeilt sind. Ein solcher Vortrag soll ja nicht ein Wochenend-Seminar ersetzen, sondern Appetit darauf machen. Und ich habe einen Vortrag verpasst, weil es keinen Platz mehr gab. Ich kam leider zu spät, weil es bei den beiden kurzen Einheiten keine Pause gab, um den Raum pünktlich zu erreichen. Ich habe diese freie Zeit dazu genutzt, ein Foto „Ich bin Homöopathin“ machen zu lassen. Das war auch wichtig und schön.

Stefanie: Genau, die Aktion von Helmut Schnellrieder „Ich bin Homöopathin“ fand ich auch richtig klasse! Ich bin auf das Plakat mit der Collage aller Kolleg*innen gespannt! 

Mein einziger kleiner Wermutstropfen war, wenngleich völlig verständlich, dass Jens Ahlbrecht nicht persönlich dabei war. Und dass ich gerne noch mehr von unseren Kolleg*innen wiedergesehen hätte, die ich aus Fortbildungen und Arbeitskreisen kenne. Aber klar, alle werden nie unter einen Termin-Hut passen. 

Außerdem hätte ich – ich wiederhole mich – gerne ALLE Vorträge besucht. Daher, liebes Orga-Team: ich finde die bei der Verabschiedung (vermutlich eher scherzhaft in den Raum geworfene) Idee, diesen Kongress bzw. dieses Vortrags- und Workshopprogramm nochmal GENAU SO durchzuführen, (ernsthaft gemeint) ganz wunderbar! Denn wie ich es den Pausengesprächen entnehmen konnte, waren offenbar alle Einzelveranstaltungen interessant und hörens- oder erlebenswert.

An Euch alle vom Orga-Team und alle unsere Kolleg*innen, mit denen wir im Austausch sein durften und beim nächsten Mal sein werden: DANKE! Bis zum nächsten Simile-Kongress – wir bleiben verbunden!

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