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Die Homöopathie ist seit über 200 Jahren Gegenstand medizinischer und wissenschaftlicher Diskussionen. Forschung in diesem Bereich umfasst unterschiedliche Ansätze – von Grundlagenfragen über klinische Studien bis hin zur Versorgungspraxis.

Insgesamt erweist sich die Forschungslage zur Homöopathie als erfreulich positiv, wenngleich (wie überall in der Medizin) nicht jede Studie das womöglich erhoffte Ergebnis bringt. Entgegen der verbreiteten Ansicht aber, dass es keine belastbare Evidenz für eine Wirksamkeit der Homöopathie gebe, können wir heute sehr selbstbewusst und mit guter Studienlage untermauert feststellen, dass die Homöopathie eine wissenschafts- und evidenzbasierte Therapiemethode ist.

Diese Seite bietet einen Überblick über zentrale Begriffe und Forschungsfelder. Statt schnell veraltender Zahlen werden grundlegende Konzepte erklärt und aktuelle externe Quellen verlinkt.

Evidenz bezeichnet in der Medizin die Einschätzung von Wirksamkeit und Nutzen einer medizinischen Methode anhand geeigneter Nachweise. Der Begriff geht zurück auf den kanadischen Mediziner David Sackett (1934 –2015). Herangezogen wird die Gesamtheit empirisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse, von Expertenmeinungen über Beobachtungsstudien bis zu randomisierten Vergleichsstudien und Meta-Analysen. Letztere werden manchmal als Spitze einer „Evidenz-Pyramide“ dargestellt, doch der Evidenzbegriff ist wie jede Forschung in stetem Fluss. Jedes Studien-Design hat seine eigenen Stärken und Schwächen.

Evidenzbasierte Medizin ist laut Sackett eine medizinische Praxis, welche die vorhandene Evidenz in angemessener Weise berücksichtigt. Sie beruht auf drei Säulen .

  • Sie gründet auf den besten vorhandenen Studien („beste externe Evidenz“), 
  • sie basiert ebenso auf der Expertise der Ärzt*innen,
  • sie basiert ebenso auf den Präferenzen (Wünschen) der Patient*innen.

Ärztlicher Expertise und erst recht Patientenerfahrungen kommen als „interner Evidenz“ zwar wenig verallgemeinerbare Beweiskraft zu. In der klinischen Praxis haben sie dennoch einen hohen Stellenwert, unter anderem deswegen, weil allgemeine Studienergebnisse immer nur bedingt auf den einzelnen Patienten übertragbar sind.

Klinische Studien

Klinische Studien untersuchen, ob eine Behandlung wirkt.

Wichtige Studiendesigns:

  • Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs)
    → Vergleich von Behandlung vs. Placebo oder Standardtherapie
    → werden i.d.R. „doppelblind“ bzw. „triple blind“ durchgeführt, weder Patient*innen noch Behandelnde und Studienleiter wissen, wer was erhält 

  • Meta-Analysen
    → systematische Auswertung vieler Studien mit vergleichbarer Fragestellung 

Ziel: Nachweis einer spezifischen Wirkung über Placeboeffekte hinaus

👉 Hinweis: Wert und Aussagekraft einzelner Studien hängen nie alleine von der Art der Studie, sondern von einer großen Anzahl qualitativer Faktoren ab.

Versorgungsforschung

Die Versorgungsforschung ist eine Variante der klinischen Forschung. Standard sind nicht-interventionelle Beobachtungsstudien. Damit untersucht sie die Anwendung im Alltag.

Typische Fragen:

  • Wie wird Homöopathie in der Praxis eingesetzt? 
  • Welche Patientengruppen nutzen sie? 
  • Welche Effekte zeigen sich im Versorgungssystem (z. B. Zufriedenheit, Kosten)? 

👉 Wichtig: Versorgungsforschung misst Wirksamkeit und Nutzen unter Alltagsbedingungen (Effectiveness), nicht zwingend eine spezifische Arzneiwirkung.

Grundlagenforschung

Die Grundlagenforschung untersucht mögliche Wirkmechanismen.

Typische Fragestellungen:

  • Gibt es physikalische oder biochemische Effekte hochverdünnter Substanzen? 
  • Lassen sich Effekte im Labor reproduzieren? 
  • Welche theoretischen Modelle könnten Wirkungen erklären? 

👉 Besonderheit: Hier geht es nicht um klinische Wirksamkeit, sondern um biologische Plausibilität.

Eher zur Sozialforschung als zur medizinischen Forschung in engerem Sinne rechnen können wir Umfragen, die Nutzung und Zufriedenheit der Anwender*innen mit der Homöopathie abbilden. Immer wieder ergibt sich hierbei eine stabile Zustimmung zu homöopathischer Therapie, zuletzt hier:
https://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/IfD/sonstige_pdfs/2023_03_15_Pressemitteilung_Homoeopathie.pdf

Dass die Anwendung der Homöopathie auch wirtschaftlich relevante Vorteile bringen kann, zeigte die Erhebung der Securvita Krankenversicherung im Jahr 2020:
https://www.securvita.de/fileadmin/inhalt/dokumente/auszuege_SECURVITAL/202004/securvital_0420_6-11.pdf

Berücksichtigt man die aktuelle Studienlage, ist eine gut belegte Wirksamkeit potenzierter Präparate über den Placeboeffekt hinaus zu erkennen. Da randomisierte Studien zu einzelnen Indikationen mit individualisierten Therapien zwar möglich, aber extrem aufwändig sind, da dementsprechend viele Studien mit relativ geringer Teilnehmerzahl durchgeführt und vielfach auch noch nicht repliziert wurden, besteht grundsätzlich Bedarf an weitergehender Forschung.
  1. Das Homeopathy Research Institute (HRI), London, bietet umfangreiche Informationen zum Thema Forschung, mittlerweile auch in deutscher Sprache:
    https://www.hri-research.org/de/informationsquellen/wichtiges-forschungsmaterial/klinische-studien-im-ueberblick/
  2. Das Institut für Komplementäre und Integrative Medizin der Uni Bern stellt eine Übersicht zum aktuellen Stand der Forschung zur Verfügung:
    https://www.ikim.unibe.ch/forschung/uebersichten_zum_stand_der_forschung/homoeopathie/index_ger.html
  3. Ebenfalls sehr aktuell und übersichtlich ist der von Dr. Mirko Berger verantwortete "Faktencheck Homöopathie":
    https://www.faktencheck-homöopathie.de/
  4. Die „wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie“ (WissHom) mit Sitz in Köthen fördert die wissenschaftliche Forschung zur Homöopathie:
    https://www.wisshom.de/
  5. Die homöopathischen Ärzte Michael Teut und Christian Lucae stellen eine sehr gute verständliche (auch für medizinische Laien empfehlenswerte) Informationssammlung bereit:
    https://informationen-zur-homoeopathie.de/klinische_forschung/
    https://informationen-zur-homoeopathie.de/grundlagenforschung/
  6. Einen guten Überblick findet man auch auf den Seiten der Constantin Hering Stiftung:
    https://www.constantin-hering-stiftung.com/de/homoeopathie/klinische-forschung/
  7. Die „Karl und Veronica Carstens Stiftung“ in Essen fördert Projekte zur Naturheilkunde und Komplementärmedizin. Seit ein paar Jahren spielt die Homöopathie dabei leider eine immer geringere Rolle.
    https://www.carstens-stiftung.de/

Diese Seite stellt eine strukturierte Übersicht über Forschungsansätze dar.
Sie ersetzt keine individuelle medizinische Beratung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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