Standard | mobil

Warnhinweise für Homöopathie?

Fotolia 51111384 Gerhard Seybert GlobuliFlschchenVerschiedene Medien berichteten in jüngster Zeit, die US-Verbraucherschutzbehörde FTC führe Warnhinweise für homöopathische Arzneimittel ein. Im Gegensatz dazu billige das Arzneimittelgesetz in Deutschland homöopathischen „Pillen, Salben oder Tropfen“ (Zeit.de) eine Sonderstellung zu, die Wirksamkeit der Medikamente müsse nicht durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen werden. Hier werden jedoch wieder einmal Äpfel mit Birnen verglichen. Denn es bleibt gänzlich unbeachtet, dass in den USA und in Deutschland völlig unterschiedliche Rahmenbedingungen gelten.

Fast möchte man meinen, manch einer der Autoren wünsche sich, dass in Deutschland ähnliche Regelungen eingeführt würden wie nun in Amerika. Dabei verhindert das deutsche Heilmittelwerbegesetz bei uns schon längst, was in den USA durch die Richtlinie der FTC eingeschränkt werden soll.

Die bisherigen und geforderten amerikanischen Regelungen

In Amerika ist Werbung für homöopathische Arzneimittel mit einem Anwendungsgebiet erlaubt, solange es sich nicht um chronische Krankheiten handelt. Außerdem werden homöopathische Arzneimittel weder von der Arzneimittelbehörde geprüft noch zugelassen, sie unterliegen auch keiner Apothekenpflicht. Die amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC fordert nun mit ihrer Richtlinie ein, dass für die Werbung für homöopathische Arzneien dieselben Anforderungen gelten wie für andere freiverkäufliche Arzneimittel. Und das bedeutet, dass wissenschaftlich nicht belegte Wirkungen durch einen entsprechenden Hinweis relativiert werden müssen, der auf dem Produkt angebracht sein muss.

Strengere Vorgaben auf dem deutschen Markt

Anders als in den USA müssen homöopathische Arzneien in Deutschland vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entweder registriert oder zugelassen werden. Für registrierte homöopathische Arzneimittel (Einzelmittel) darf kein Anwendungsgebiet angegeben werden, es darf auch nicht mit einem Anwendungsgebiet geworben werden. Diese Arzneimittel werden nach den Regeln der klassischen Homöopathie individuell eingesetzt.

Möchte ein Hersteller seine Arznei mit einem Anwendungsgebiet bewerben, muss er eine Zulassung für das jeweilige Arzneimittel (meist Komplexmittel) beantragen und  wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit nachweisen. Aus diesem Grund gibt es in Deutschland gerade für homöopathische Komplexmittel recht zahlreiche klinische Studien – aber auch die Wirksamkeit der Einzelmittel-Homöopathie ist durch Studien gut belegt. Sowohl registrierte als auch zugelassene homöopathische Arzneien dürfen in Deutschland nur in Apotheken verkauft werden.

USA folgen nun den Patientenschutz-Standards Deutschlands

Eine Werbung mit nicht belegten Wirksamkeitsaussagen, wie sie nun in den USA durch die sogenannten „Warn-Hinweise“ eingeschränkt werden soll, ist in Deutschland schon nach Heilmittelwerbegesetz (HWG) § 3 verboten, ganz gleich, ob eine Arznei vom BfArM registriert oder zugelassen ist. Wird die Wirksamkeit wissenschaftlich kontrovers diskutiert, oder die Schulmedizin hat eine andere Sicht, so ist in der Werbung darauf hinzuweisen.

Mit anderen Worten: Mit der Umsetzung der FTC-Richtlinie folgt die US-amerikanische Rechtslage teils den Entwicklungen, die wir in Deutschland und Europa schon lange haben, wenn auch mit einem insgesamt anderen regulatorischen Hintergrund.

 

Suchen

Homöopathie erlebt

Eine Familie berichtet über ihre homöopathische Behandlung.

  Hier geht es zum Film
homoeopathie erlebt

Veranstaltungen

Letzter Monat März 2017 Nächster Monat
Mo Di Mi Do Fr Sa So
week 9 1 2 3 4 5
week 10 6 7 8 9 10 11 12
week 11 13 14 15 16 17 18 19
week 12 20 21 22 23 24 25 26
week 13 27 28 29 30 31

Besucher online

Aktuell sind 250 Gäste und keine Mitglieder online