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Homöopathische Begriffe

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Homöopathische Impfung

„Homöopathisch impfen" ist so unmöglich wie im Wasser fliegen oder in der Luft zu schwimmen. Homöopathie und Impfungen beruhen auf völlig unterschiedlichen Prinzipien. Beide sind jeweils für sich zu beurteilen. Über den Sinn oder Nicht-Sinn angebotener (oder manchmal fast aufgezwungener) Impfungen sollten Sie sich umfassend informieren. Die homöopathische Behandlung vorliegender Gesundheitsschwächen kann die Voraussetzungen verbessern, akute Infektionen unbeschadet zu überstehen und ist insofern sehr sinnvoll. Sie ist aber kein unmittelbarer Impf-Ersatz. Lassen Sie sich kompetent beraten

Individualisierung

Homöopathie ist individuelle Medizin. Für jeden einzelnen Patienten ist ein seinem Gesamtzustand, inklusive seelischer Faktoren, entsprechendes Arzneimittel zu finden. Kein anderes Verfahren geht mit der individuellen Anpassung der Therapie so weit wie die Homöopathie, die damit auch geschichtlich einen Impuls setzte, für den erst die Zeit kommen musste.

Heute entdeckt die Schulmedizin, dass auch konventionelle Arzneimittel eigentlich in viel höherem Grade individuell verschrieben werden müssten, da jeder Organismus die gleichen Wirkstoffe anders verarbeitet. Eine individualisierte Anwendung chemisch definierter Arzneimittel, etwa aufgrund von Genotypisierung, ist jedoch extrem aufwendig und teuer. Außerdem wird der Mensch dabei alleine auf der physischen Ebene betrachtet. Der für eine konsequente Individualisierung unabdingbare seelisch-geistige Aspekt des Menschen wird bislang nur in der Homöopathie sowie teils in anderen Zweigen der Komplementärmedizin berücksichtigt.

 

Klassische Homöopathie

Das Wort „klassisch" wird vor allem zur Abgrenzung gegen die Anwendung homöopathischer Arzneikombinationen oder Komplexmittel verwendet. Das homöopathische Ähnlichkeitsprinzip legt nahe, die eine bestpassende Arznei zu verordnen, um diese je nach beobachteter Reaktion nach ausreichender Wartezeit entweder zu wiederholen oder zu einer anderen Arznei zu wechseln. Diese sehr individuelle Arzneianwendung setzt jedoch eine umfassende Anamnese und Fallanalyse voraus.

Komplexmittel

Kombinationsarzneien mit mehreren potenzierten Inhaltsstoffen. Vorteil: eine schnelle Verordnung nach Krankheitsdiagnose ist möglich, ohne umfassende Anamnese und ohne eingehende Kenntnisse der Homöopathie. „Scharfe" Arzneien können auch so vermieden werden. Nachteil: diese Form der Homöopathie wird als „Schrotschussverfahren" kritisiert. Bei chronischen Erkrankungen ist eine in die Tiefe führende Therapie so kaum möglich, auftretende Prüfsymptome werden nicht als solche erkannt, diskutiert werden auch mögliche Unterdrückungseffekte durch Komplexmittel.

Konstitutionsbehandlung

Landläufiger Begriff für eine homöopathische Behandlung, welche die Besserung von Krankheitsdispositionen und chronischen Gesundheitsschwächen zum Ziel hat. Solche Behandlungen verlangen vom Patienten etwas Geduld und benötigen zumeist Mittelfolgen.
Das sogenannte „eine Konstitutionsmittel", welches einem Menschen fest zugeordnet werden könnte, so wie es populär-homöopathisch manchmal in horoskop-ähnlichen Typologien beschrieben wird, ist ein in der Praxis wenig belastbarer Mythos.

LM - Potenz

siehe Potenzierung

Magnetisieren / Magnetismus

Hahnemann hat unter Magnetismus sowohl die von einem Stahlmagneten ausgehende Kraft, den mineralischen Magnetismus verstanden, als auch den sogenannten „animalischen Magnetismus", oder Heilmagnetismus, den er als Mesmerismus bezeichnet, nach dem Arzt Dr. Franz Anton Mesmer, der diese Behandlungsart zu Hahnemanns Zeiten populär gemacht hat. Dabei führt der „Magnetiseur" mit seiner flachen Hand Striche in einigem Abstand oder auch im Kontakt mit dem Körper eines anderen Menschen aus.

Sowohl dem mineralischen Magnetismus als auch dem Heilmagnetismus spricht Hahnemann die Fähigkeit der homöopathischen Heilung zu, da in beiden Fällen beobachtet werden kann, dass wie bei der Gabe einer homöopathischen Arznei eine immaterielle Kraftübertragung auf den Menschen stattfindet: entweder vom Magneten oder vermittelt durch die Hand des Magnetiseurs. Er beschreibt den Einsatz der magnetischen Wirkungen in seinem Grundlagenwerk, dem „Organon der Heilkunst".

Für die Wirkungen des mineralischen Magnetismus hat er Arzneimittelprüfungen am gesunden Menschen durchgeführt: sowohl für die Wirkung eines Magneten im Gesamten, wie für die Wirkungen des Nordpols und des Südpols im Besonderen. Die Ergebnisse der Prüfungen sind in seiner „Reinen Arzneimittellehre" dokumentiert und können so als Grundlage für die homöopathische Behandlung verwendet werden.
Die Wirkung des Heilmagnetismus beruht nach Hahnemann auf der Übertragung von Lebensener-gie („positiver Magnetismus"), der Regulierung oder der Ableitung („negativer Magnetismus") von Lebensenergie durch den kräftigen Willen eines wohlmeinenden Menschen bei einem anderen. Hier ist zum Verständnis wichtig die Unterscheidung zwischen der der heutigen Physik verständlichen Kraft des Stahlmagneten und der Lebensenergie eines Menschen, welche eine nicht-physikalische Kraft darstellt. Hahnemann hat vom Heilmagnetismus in seinen Behandlungen Gebrauch gemacht, er hatte einige Magnetiseure in seinem Bekanntenkreis und berichtet insbesondere von der Wiederbelebung von Scheintoten durch diese Methode.

Historisch lässt sich heilmagnetische Behandlung durch Priester und Könige bis in die Antike zu-rückverfolgen. Berühmt gewordene Magnetiseure unserer Zeit waren Hildegard von Bingen, Paracelsus, der englische Philosoph Robert Fludd (1574-1637), der holländische Arzt Johann Baptist van Helmont (1577-1644), der Pfarrer Johann Joseph Gassner (1727-1779), der Arzt Carl Gustav Carus (1789 - 1869) und natürlich Dr. F.A. Mesmer (1734 - 1814).

Heute wird der Heilmagnetismus in seiner ursprünglichen Form von der "Gesellschaft Harmonie 1782" gepflegt. Eine moderne Weiterentwicklung ist die von Prof. Karlfried Graf Dürckheim übermittelte Personale Leibarbeit. Dabei wird der Behandelte in eine bewußte Begegnung mit dem Behandler geführt, die über das körperliche Gesundwerden hinaus zu einem Ganzwerden als Mensch führen kann.
Anders als zu Hahnemanns Zeiten kann die Erkenntnis dessen, was in einer heilmagnetischen Be-handlung geschieht heute dem menschlichen Bewußtsein auf einem nichtspekulativen, wissenschaftlichen Niveau zugänglich gemacht werden durch einen meditativen Erkenntnisweg, wie ihn die im 20. Jahrhundert begründete Geisteswissenschaft von Dr. Rudolf Steiner bietet.

Renate Künne
Heilpraktikerin
Dipl.Physikerin

Materia Medica

Homöopathisches Arzneimittelwissen aus Prüfungen, Toxikologie und klinischer Erfahrung, niedergeschrieben in Arzneimittellehren. Es gibt mehrere hundert Arzneimittellehren, zu den wichtigsten gehören: Die Chronischen Krankheiten (Hahnemann) so wie die Sammlungen von Stapf, Stauffer, Vermeulen, Phatak u.v.m.

Mesmerismus

siehe Magnetisieren

Miasma

Mehrzahl: Miasmen oder Miasmata. Griechisch: „Befleckung" oder „Verunreinigung". Die historische medizinische Bedeutung vor 200 Jahren war „übertragbare Krankheit". In diesem Sinne und nicht anders verwendet Hahnemann diesen Begriff zunächst. Man stellte sich auch üble Dünste und ähnliches als krankheitsübertragend vor. Hahnemann vermutete schon früh Kleinstlebewesen als Krankheitsüberträger, was auf sein Verständnis chronischer Krankheiten jedoch keine Auswirkungen hatte. Chronische Miasmen bildeten für Hahnemann ein Modell, das ihm ermöglichte, Krankheitsentwicklungen auch über lange Zeiträume als zusammenhängenden Prozess zu beobachten und zu erforschen. Hahnemann beobachtete, dass die Gesundheit vieler Menschen wie von einem verborgenen Herd untergraben war. „Irgendetwas" brachte, häufig nach längeren symptomfreien Latenzphasen, phasenweise wieder unterschiedliche neue Beschwerden hervor, die doch in einem inneren Zusammenhang standen. Einer seiner Ausgangspunkte war der bekannte chronische Verlauf der Syphilis, analog beobachtete er die ebenfalls sexuell übertragene Feigwarzenkrankheit oder Sykosis. Vor diesem Hintergrund entwickelte er seine Theorie der Psora als „Grundursache" der allermeisten chronischen Krankheiten.

Die zusammenhängende Betrachtung von Krankheitsentwicklungen auch über längere Zeiträume ist der Homöopathie bis heute geblieben und wird von Homöopathen als historische Entdeckung Hahnemanns gerechnet. Ansonsten hat sich der Miasmenbegriff aus den medizinischen Vorstellungen des 18. und 19. Jahrhunderts herausgelöst und weiterentwickelt. Die folgenden nur grob skizzierten Begriffe der Psora, Sykosis und Syphilis geben ein Beispiel des grundlegenden Bedeutungswandels:

Bedeutung bei Hahnemann

heute gebräuchliche Bedeutung

Psora:
Mit ansteckender Juckflechte (Milbenkrätze oder sonstige) beginnende chronische Krankheit, welche unbehandelt oder falsch behandelt die Gesundheit langfristig untergräbt und Grundursache der meisten chronischen Krankheit ist.

Psora bzw. Psorinie:
Disposition zu chronischen Krankheitszuständen, die mit Mangel, Unterfunktion, Reaktionsschwäche, Reizbarkeit und Entzündungsneigung einhergehen.

Sykosis:
Feigwarzenkrankheit, ggf. mit Tripper verbunden. Sexuelle Übertragung, unbehandelt oder falsch behandelt Schädigung des gesamten Gesundheitszustandes.

Sykosis bzw. Sykosinie:
Disposition zu chronischen Krankheitszuständen, die mit Stagnation, Funktionseinschränkung oder kompensativer Überreaktion einhergehen.

Syphilis:
Geschlechtskrankheit, die sich bei falscher Behandlung mit aktiver Psora komplizieren kann. Erst diese Kombination bringt die tertiäre Syphilis (Spätsyphilis) mit ihren schlimmen Folgen hervor.

Syphilis bzw. Syphilinie:
Disposition zu chronischen Krankheitszuständen, die zur Destruktion von Organen führen oder mit destruktiven psychischen Tendenzen (bspw. Sucht oder Suizidneigung) einhergehen.


Diese Beschreibung ist, wie gesagt, nur grob und allgemein. Sie könnte mit der Beschreibung verschiedener Stadien, erblicher Faktoren und jeweils zugehörigen Symptomen erheblich erweitert werden. Hinzu kommen fachlich unterschiedliche Auffassungen und „Schulen" der Homöopathie. Je nachdem werden weitere Miasmen wie beispielsweise Tuberkulinie und Cancerinie in das Modell aufgenommen oder als Mischformen gesehen.

Manche Homöopathen bevorzugen eine gänzliche Ablösung miasmatischer Begriffe, indem sie erbliche Faktoren, Krankengeschichte, Krankheitsdispositionen, Prozesscharakteristik, zeitliche Dimension, Verlauf und Prognose auf andere Weise in die Betrachtung chronischer Krankheiten einbeziehen. Die Essenz aller Miasmatik ist: Hahnemann gab ein erstes Konzept, welches in nie dagewesener Weise erlaubte, die zeitliche Dimension in der Heilkunde sichtbar zu machen und in die Therapie einzubeziehen.

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